Montag, 23 Mai, 2016

Die Kunst, Störendes nicht wahrzunehmen

Das könnte ich gerne: Einfach nicht wahrnehmen, was mich stört. Nur in mein inneres System reinlassen, was ich mag und mir gut tut. Statt dessen nehme ich besonders, was ich nicht mag wie unter einem Vergrößerungsglas wahr: Störendes wird lauter, extremer, deutlicher, vermehrt sich. Meine Wahrnehmung wird immer feiner, schneller. Arg!

Es liegt wohl an der selektiven Wahrnehmung: Kaum beschäftige ich mich intensiver mit einem Thema, sehe ich dazu immer mehr. Ähnlich wie das bekannte Beispiel des bestimmten Autotyps, den man kaufen möchte, ist auf einmal die Welt voll davon. Oder nach der Renovierungsphase sah ich auf einmal handwerkliche Verarbeitungsfeinheiten bei Holz, die ich vorher nie wahrgenommen hatte, einfach weil mein Blick dafür geschult worden ist.

Nun handelt es sich aber nicht um etwas, das ich gerne haben möchte, sondern um etwas, das mich nervt. Ich wünschte, ich könnte es ausschalten. Geht aber nicht. Wie schaffen das andere Menschen?

Konkret geht es bei mir um Geräusche, die jemand macht, den ich nicht mag. Wie soll ich die ausblenden? Es würde ja schon reichen, wenn jemand, den ich mag, Geräusche macht, die mich nerven. Beides kombiniert - nervige Menschen und deren nervige Geräusche - macht die Sache noch heikler.

Gut, Menschen, die an einer stark befahrernen Bahnstrecke wohnen, hören irgendwann die vorbeirasenden lauten Züge nicht mehr, selbst wenn das Geschirr im Schrank klappert und sich Besucher wundern, wie das denn sein kann. Es ist zu einem Alltagsgeräusch geworden, das nicht mehr wahrgenommen wird. Kann mir das gelingen? Oder gelingt es nur, wenn ich emotionslos dem Geräusch gegenüberstehe wie es vielleicht bei den Menschen, die an der Bahn wohnen, der Fall ist?

Ich habe es schon mit Ablenkung versucht, mit Kopfhörern und lauter Musik. Ich will mich aber nicht immer ablenken müssen und schon gar nicht mit Kopfhörern rumlaufen.

Im Grunde geht es nicht darum, etwas wegzumachen. Ich kann es ja nicht ändern, die Menschen nicht ändern. Es geht auch nicht darum, wegzulaufen oder dem aus dem Weg zu gehen. Es geht darum, trotzdem, was nervt, gut weiter zu leben. Also bedeutet es: In mir selbst die Ruhe zu finden, dass ich innerlich Frieden empfinde, unabhängig davon, was außerhalb meines Selbst geschieht.

Eine Königsdisziplin der Meditation oder inneren Einstellung, so scheint mir. Ich möchte das gerne können. Bin auf dem Weg, der Wunsch ist ja schon mal da.

Es gibt Menschen, die können Störendes einfach ausblenden. Mein Mann zum Beispiel. Er kann es einfach. Und ich? Quäle mich rum. Kann das nicht so einfach. Vielleicht hängt die Schwierigkeit auch mit meiner Hochsensibilität zusammen. Einer der Kernpunkte davon ist ja, dass ich viel mehr wahrnehme, als ich überhaupt aufnehmen kann und mich das schnell überfordert. Hm. Viele gute Gründe, weiter darüber nachzudenken und irgendwann eine praktikable Lösung zu finden.

Einen schönen Tag aus der Denkzentrale

Anja Kolberg

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Freitag, 20 Mai, 2016

Aufräumen und loslassen

Dieses Jahr lassen mich die Pollen nicht niesen, sondern husten. So stark, dass ich inzwischen Halsschmerzen hatte. So kam es, dass wir im Schlafzimmer ein Pollenschutzgitter anbrachten, damit ich nachts nicht mehr durchhuste, sondern durchschlafe. Das Gitter ist so dicht gewebt, es verdunkelt den Raum, was mir nicht gefällt. Also nur an eines der beiden Fenster angebracht.

Gleichzeitig hatte ich mir vorgenommen, das Schlafzimmer zu entstauben, das Bett frisch zu beziehen, dem Staub unter dem Bett nahe zu rücken und aufzuräumen. Es gibt eine Ecke in unserem Schlafzimmer, da stand mal ein Tisch, der inzwischen in meinem Büro eine Etage tiefer für mehr Arbeitsfläche sorgt. Zwei Regale voll mit Acrylfarbtöpfen, Pinseln, Büchern, Prospekten, Tüten, Nähutensilien, Schnittmustern und Stoffen dienten als Staubfänger und Ablagefläche für alles, wo ich gerade nicht wusste wohin damit. Der Tisch zum Malen und Nähen fehlte ja nun. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie lange ich schon nicht mehr gemalt habe. Jahre. Vom Nähen ganz zu schweigen (außer dringend nötigen Flickarbeiten). Dafür, dass ich mal Schneiderin und Modedesignerin werden wollte ... ist das recht wenig. Aber so ist das: Wenn ich mir nicht bewusst Zeit dafür nehme, verstauben die Hobbies. Und es braucht auch eine innere Einstellung, ein inneres Ja und die Lust, kreativ tätig zu werden.

Nachdem ich alles entstaubt hatte, fing ich an, auszumisten. Zerschlissene Jeanshosen, bestimmt fünf an der Zahl, aus dessen Stoff ich nochmal was anderes machen wollte, flogen ebenso raus wie Schnittmuster für etwas, das ich unbedingt mal nähen wollte, aber nie in die Tat umsetzte. Eine fast fertige schwarze Stoffhose, die ich vor Jahren mal in einem Nähkurs begonnen und nicht fertig gestellt hatte, behielt ich aber doch, nachdem ich sie fast schon gehimmelt hatte. Sie passte prima, vielleicht schaffe ich es ja doch noch? (Unwahrscheinlich...). Nette Figürchen, aus wichtigen Anlässen einst gekauft, staubten vor sich hin. Mit einem Dank für ihre Dienste lies ich sie los ... Ebenso wie viele Bücher. Langsam lüftete sich das Chaos. Ich spürte den Drang, diesen Platz im Schlafzimmer leer zu machen. Da ein hohes Regal noch in mein Büro passte und dort auch ursprünglich stand, wurde es dort aufgestellt - mitsamt Farbtöpfen, Aquarellkästen, Blöcken, Ölkreiden, Nähmaschine, Garn ... Nah bei dem freien Arbeitstisch. Zumindest ist jetzt eine Einladung da, diese Kreativität zu nutzen. Mal sehen, ob es Wirkung hat.

Bilder und Rahmen, die sich an den Rückseite des Kleiderschrankes geschmiegt hatten, landeten im kleinen Wäschezimmer nebenan. Vieles räumte ich dorthin, wo es hingehörte: Zum Beispiel in den Keller. Übrig blieb ein fast leeres Bücherregal mit einigen speziellen Büchern zum Nachdenken und ganz viel leerer Raum. Ich kann kaum in Worte beschreiben, wie gut mir das tut.

Diese Luft. Die Ruhe, die jetzt von dieser Ecke ausstrahlt. Auf der Fensterbank eine sitzende Frauenfigur, die vor vielen Jahren schuf, die Hände im Schoß, den Kopf leicht nach unten geneigt. Schlafend, meditierend, nachdenkend. Ich kann sie vom Bett aus sehen. Auch sie strahlt Ruhe aus. Weniger ist endeutig mehr! Es ist auch so ein befreiendes Gefühl, nicht mehr um alles herumputzen zu müssen, nicht so viel zum Abstauben zu haben. Herrlich!

Ich bin so glücklich, dass ich das Schlafzimmer endlich entrümpelt habe. Der Kleiderschrank müsste eigentlich auch noch, aber eines nach dem anderen ... Dafür hat mein Büro hat einen feuchten Wisch genossen. Da sind Schubladen geleert worden mit Ideen, was ich unbedingt mal machen wollte. Zum Beispiel sammelte ich für mich damals wertvolle Informationen, als ich 2011 mit meiner veganen Ernährung begann. Daraus könnte ich ja mal ein Buch machen. Jo, damals war es schwer, an vegane Lebensmittel zu kommen, heute finden sie sich in jedem Discounter. Eine Gelassenheit ist eingekehrt, auch zu den vielen Fragen rund um die Gesundheit ohne tierische Lebensmittel. Ich konnte den ganzen Packen einfach loslassen. Herrlich befreiend war das!

Ein schönes Gefühl, meine Malsachen jetzt so nah bei mir zu haben. Und auch die Nähsachen. Ich mag das bunte, auf das ich schaue, wenn ich meinen Raum betrete. In dem hohen Regal fanden auch die Ordner für die Familiengeschichte Platz. Langsam sortiert sich immer mehr von dem Chaos. Das gibt mir Ruhe. Die äußere Ruhe wirkt nach innen.

Das tut so gut!

Liebe Grüße aus Köln

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 04 Mai, 2016

Eine zweite Chance

Hallo da draußen in der Welt,

während ich diesen Text in meine Tastatur tippe, scheint Sonne auf den Bildschirm. Vogelgezwitscher dringt durch das offene Fenster und wechselt sich mit dem Geräusch vorbeifahrender Wagen ab. Unser Stadtteil wird um halb acht munter.

Wie oft habe ich über den Titel nachgedacht: Eine zweite Chance.

Mehr als ein Jahr lang hüpft er und das Thema, um das es geht, immer mal wieder durch meinen Kopf. Ich wollte ihn auch schon auf die Kalenderblätter bringen. Jetzt wird er erst mal zum Blogbeitrag. Um das geht es mir:

Eine zweite Chance zu bekommen und selbst zu geben. Kennen Sie die Situation, wenn Sie etwas gesagt haben und den Eindruck haben, das ist nicht so beim Gegenüber angekommen, wie Sie es gemeint haben? Das Gesicht wird verzogen, der Blick geht nach unten, es tritt Stille ein ... und das in einer Situation, wo es nicht ohne weiteres möglich ist, aufklärerisch tätig zu werden, also zu erklären, wie Sie das gemeint haben. Ich kenne solche Situationen. Und sie sind mir unangenehm. Ich weiß nicht, wie das, was ich sagte, bei meinem Gegenüber wirklich ankommt. Bilde ich mir nur ein, dass der andere es anders als ich es meinte aufgefasst hat? Warum habe ich es nicht gleich klar gestellt? Seufz.

Ich würde mir nicht rausnehmen, jemanden bewusst zu beleidigen oder zu kränken. Aber bei der Kommunikation gibt es ein Hindernis: Das, was ich sage kann sich von dem unterscheiden, was vom anderen aufgenommen wird. Also, wenn ich etwas nicht böse, beleidigend meine, kann es aber doch so beim anderen ankommen. Warum? Weil der andere seine Filter aktiv hat. Mit Filter meine ich persönliche Erfahrungen, Erlebnisse, Wertungen über sich selbst und andere, die dann wirken. Und die sorgen dafür, dass Worte eine Färbung bekommen, die so gar nicht gemeint war.

Diese Filter habe ich auch. Und durch die müssen Sätze von anderen auch durch. Es gibt Menschen, über dessen Äußerungen rege ich mich maßlos auf. Weil ich meine, sie wollen mir was. Dabei weiß ich das neutral betrachtet gar nicht. Ich vermute es. Weil ich einen wunden Punkt habe und sie haben sich vielleicht auf diesen wunden Punkt unbewusst bezogen. Sie kennen meine wunden Punkte ja gar nicht. Und was passiert? BÄM! Bin ich beleidigt, ziehe mich in mein Schneckenhaus zurück. Wie kann derjenige blos so was sagen? Unverschämt! Ganze Arbeit haben meine inneren Bewertungen geleistet. Würde ich das alles beiseite lassen, die Filter, meine eigene Befindlichkeit - die ja nicht jeden Tag gleich stabil und gelassen ist, meine Interpretationen, der andere mag mich mich, dann sind da nur ein paar Worte. Ja, der Ton spielt auch eine Rolle, dennoch. Ich kann es neutral betrachten. Vielleicht ist es dann gar nicht so schlimm.

Umgekehrt als diejenige, die etwas sagt: Ich habe auch schon Tage gehabt, da war ich ganz mies drauf und wenn ich dann was sage, ist es sicherlich nicht so freundlich oder bedacht wie an Tagen, wo ich super drauf bin. Dann hätte ich garantiert etwas anderes gesagt. Das hat aber nichts mit dem Wert meines Gegenübers zu tun. Der bleibt gleich hoch. Nur meine Reaktion ist eine andere.

Und für solche Situationen wünsche ich mir zweite Chancen.

Eine zweite Chance für den Menschen, dem ich unterstelle, mir was zu wollen, weil er ja das oder das gesagt hat. Meint er es wirklich so wie ich vermute? Könnte es nicht auch anders sein? Könnte ich nicht auch - wenn ich mich traue - nachfragen, wie der andere das gemeint hat? Vielleicht werde ich über dessen Wertschätzung mir gegenüber erstaunt sein.

Eine zweite Chance für mich, wenn ich das Gefühl habe, meine Worte haben einen anderen Menschen getroffen, gepaart mit meinem Unvermögen, darauf einzugehen, weil ich selbst über dessen Reaktion erschrocken bin und mich schäme, vielleicht etwas "falsches" gesagt zu haben. Wie herrlich wäre der Glauben des anderen an mich, dass ich ihm nichts böses will, sondern es wirklich gut mit ihm meine.

Sie kennen vielleicht den Satz: "Ich bin verantwortlich für das, was ich sage. Nicht für das, was du daraus machst." Er hilft mir, nicht zu viel Verantwortung für das Wohlbefinden anderern Menschen zu übernehmen, wozu ich neige.

Was ich aber auch gelernt habe, ist die Möglichkeit, dass ich das, was für mich selbstverständlich ist, auch noch dazu sagen kann. Zum Beispiel dass mir die Meinung eines anderen wichtig ist und ich deswegen wissen möchte, was er von meinem Projekt hält. Oder dass ich wenn ich gewusst hätte, jemand ist im Besprechungsraum, dort niemals rein gegangen wäre. Für mich selbstverständlich. Würde ich nicht. Das weiß der andere aber in der Regel nicht, er kennt mich vielleicht gar nicht so gut und hat schon negative Erfahrungen gemacht. Deswegen ist es wichtig, für mich selbstverständliches zu erklären. Bis der andere mich wirklich kennt. Bis er mir vertraut und weiß, dass ich ihn wirklich mag.

Das ist etwas, das ich lernen möchte: Für mich selbstverständliches sagen. Weil ich mich so selbst erkläre und zwischen mir und meinem Gesprächspartner eine Brücke der Liebe und des Verständnis baue.

Einen Strich ziehen unter all den Mutmassungen über andere Menschen. Vermutete Abwertungen unseres Selbst. Neu anfangen. Eine zweite Chance geben. Die wünsche ich mir selbst und die möchte ich geben. Wer weiß wie viele Beziehungen gestiftet oder gekittet werden könnten, Freundschaften, kollegiales Miteinander, wenn wir wirklich vom anderen wüssten, was er/sie von uns hält? Und wir dann entdecken, dass der andere gar nicht denkt: "Ist die doof.", sondern uns heimlich bewundert, mag, interessant findet ....

Es gibt immer wieder Neues auf dieser Welt zu lernen. Jetzt habe ich meine monatelangen philosophischen Gedanken endlich mal zu Papier gebracht. *Hüpf*

Einen schönen Maitag!

Ihre Anja Kolberg

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Donnerstag, 21 April, 2016

Das Leben genießen. Jetzt.

Ich hab's getan. Gestern. Heute. Ohne schlechtes Gewissen. Mitten am Tag. Mitten in der Woche. Kein Sonntag. Kein Samstag. Kein Feiertag. Kein Feierabend. Obwohl es viel anderes zu tun gab. :-)

Was?

Mich mit dem Liegestuhl in die Sonne gelegt. Gestern noch mit Decke, weil der Wind so kalt war. Als ich mir das ultimativ Beste vorstellte, war das mit dem Liegestuhl unter unserem Kirschbaum zu liegen, der gerade voller rosa Pomponblüten steht. Und von dort nach oben in den Himmel schauen. Und das habe ich getan. Mir diesen Wunsch erfüllt! *Hüpf*

Die Blüten berühren. Sie sind unfassbar weich, zart und leicht kühl auf der Haut. Ihr Duft kaum wahrnehmbar.

Ich habe im Liegestuhl dazu eine Meditation auf dem Handy gehört. So muss sich der Himmel anfühlen. Ein Traum! Im Hintergrund wahrnehmbar das Zwitschern der Vögel und das Plätschern des Bachlaufes in unserem Garten.

Mir hat das so gut getan. Heute - wo es draußen noch wärmer ist, habe ich mich wieder raus in die Sonne gesetzt. Diesmal mit dem Liegestuhl an den Bachlauf, von wo aus ich auf die beiden Japanischen Zierkirschen schauen konnte. Ich weiß wie schnell die Blüte vorbei ist. Jedes Jahr ist das ein besonderes Highlight im Garten:

Weil es so lange kühl war, konnten sich die Blüten langsam entfalten und wir hatten so viel länger von der Blüte als in so manch anderem Frühling. Seufz. So schön!

Über mir der blaue Himmel:

Und in mir dieses Gefühl:

Tiefe Zufriedenheit und Liebe. Mit dem sein, was um mich ist. Zum Beispiel den kleinen Ahorn neben dem Stuhl näher betrachten, dessen Blätter schon ein ganz großes Stück gewachsen sind. Dieses Jahr habe ich das erste Mal bewusst entdeckt, dass kleine rote Blütendolden am Ahorn sind. Ob ich sie bisher übersah?

Es gibt Tage, da scheint die Sonne im Leben, obwohl nicht alles perfekt ist.

Diese Tage auszukosten, ist ein ganz großes Glück. Ich will nicht warten, bis irgendwann mal alles in Ordnung ist im Leben und dann mit dem Genießen anfangen. Es wird immer irgend etwas sein, dass gerade quer schießt. Ich will nicht bis zum Feierabend warten (wenn die Sonne weg ist) oder bis zum Wochenende (wenn es regnet) oder bis zu meiner Rente, bis ich mein Leben genießen kann.

Ich habe mir vorgenommen, mein Leben jetzt zu genießen. In kleinen genußvollen Stücken, immer dann wenn es geht. Die großen Genießerscheiben - ein Urlaub zum Beispiel - kann so schnell vorbei sein. Aber Alltag ist jeden Tag und den will ich reicher machen. Mich glücklicher fühlen. Mit dem Schwingen, was da ist. Auch wenn es mir mal nicht gut geht, schauen, was ich mir gutes tun kann.

Und an trüben Tagen kann ich mir dann diesen Blogbeitrag durchlesen und befinde mich wieder auf meinem Liegestuhl, fühle die Wärme der Sonne auf meinem Körper, höre die Geräusche der Umgebung, die Kinder auf dem nahen Schulhof, sehe die Kraft der wachsenden Natur und bin glücklich. Jetzt.

Ich wünsche Ihnen ebensolche zauberhaften Momente, voller Glück und Liebe!

Unser Leben findet heute statt. Jetzt, in diesem Moment. Mir gefällt das Thema so sehr und es tut mir so gut, dass ich überlege, es könnte ein wunderbarer Titel für den nächsten Kalender sein. :-)

Ihre Anja Kolberg

P.S.: Eines der Fotos ist eine neue E-Card. Hier anschauen und verschicken.

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Mittwoch, 06 April, 2016

Ein sanfter Regentag & Frühling in der Natur

Gestern, Dienstag, hat es die meiste Zeit des Tages geregnet. Mal fester, oft feinster Nieselregen. Ich mag das. Es hat so etwas sanftes, ruhiges, liebevolles, wie die Dächer, Äste, Zäune, Gras und Pflaster vom Regen eingehüllt werden. Eine zärtliche Liebkosung.

Seit dem Wochenende hat die Natur einen Wachstumssprung gemacht. Die weinroten Blätter der Blutpflaume haben fast alle rosa Blüten abgelöst. Die ersten Mininarzissen im Beet sind verblüht. Geballte Lebenskraft zeigt sich in den Knospen der Zierkirsche:

In der Nebenstraße blüht wieder der alter Kirschbaum. Welch eine unfassbare Pracht, die mich so tief erfreut:

Zarte, weiche Blätter und herrliche Blütenstände. Bienen schwirren zwischen dem rosafarbenen Traum:

Die Clematis am Rosenbogen ist schon einige Zentimeter gewachsen. Auch der Ahorn im Garten zeigt erste Blattansätze an den Zweigen:

Die Rosen tragen schon viele Blätter:

Die ersten Vergißmeinnicht blühen im Garten, hier hat sich eines selbst im Rasen gepflanzt und die Sternmagnolie ist gerade ein weißer Lichtblick hinter dem Teich:

Ich bin so dankbar für dieses Wachsen und Gedeihen - jeden Frühling von neuem, daran teilhaben zu können. Die Natur fängt von vorne an. Mit Mut und Kraft und Lust auf das Leben.

Montag habe ich das erste Mal in diesem Jahr draußen gefrühstückt. Die Luft war noch recht kühl, doch mit einer wärmenden Jacke ging es gut. (Der Brötchenbelag auf dem Foto ist übrigens die köstliche vegane Nuss-Nougat-Creme Bionella von Rapunzel. Ich liebe sie!)

Das Plätschern des Bachlaufes genießen. Vögelchen beobachten. Moos bestaunen, das sich inzwischen auf den Steinen niedergelassen hat. (Mein ganz großer Reichtum!)

Ich bin so dankbar, dass du dich jedes Jahr wieder auf den Weg eines neuen Lebenszyklus machst, liebe Natur. Mir gibt es die Kraft, es dir gleich zu tun: Aufstehen, von neuem beginnen. Atmen. Schritte gehen.

Mir die Zeit nehmen, die ich brauche. Wachsen, dann wann es geht. Nicht wann der Kalender es will. Ich kann mich dran erinnern, dass die Blätter auch schon viel früher an den Sträuchern waren, die Blutpflaume nicht wochenlang blühte, wie dieses Jahr, sondern in wenigen Tagen verblüht war. Weil es schon so zeitig warm war. Jedes Jahr ist anders.

Auch jedes Menschenjahr ist anders. Die Themen und Aufgaben, die unsere Aufmerksamkeit brauchen, wechseln, je nachdem wo wir uns auf unserem Lebensweg befinden. Wünsche und Pläne - wie Samenkörner kann ich sie in die Erde legen und wachsen lassen. Sehen wie daraus im ureigenen Wachstumszyklus dieser Pflanze - dieses Wunsches an das Leben - etwas Neues und Großes und Schönes entsteht.

Ich wünsche uns allen einen zauberhaften Frühling mit offenen Sinnen für all die Schätze, die uns die Welt bietet.

Während ich diese Zeilen tippe, strahlt die Sonne in mein Büro. Mein Kopf wirft einen Schatten auf die Wand. Die aus dem Garten mitgebrachten Osterglocken erstahlen in cremeweiß und apricot. Die Fotos in diesem Blogbeitrag habe ich heute früh in unserem Garten aufgenommen und beim Spaziergang mit unserer Minu. Heute früh schenkte uns der Himmel strahlend blauen Himmel in Köln. Welch eine Freude!

Ich hoffe, dass es mir gelingt wie die Natur es macht: Mit dem zu schwingen, was ist und sich nicht ändern lässt. Bei der Natur sind es die Witterungsbedigungen - wie z.B. die Temperaturen, im richtigen Maß Wasser und Sonne - die die Pflanzen und Tiere nicht beeinflussen können. Sie müssen sich dem anpassen.

So will ich es auch halten. Mich dem Anpassen, was mir das Leben gibt. Mitschwingen, annehmen und das Beste daraus machen. Und wenn die Bedingungen stimmen: Erblühen und wachsen und gedeihen. Einmal mehr in einem neuen Wachstumzyklus, der im Frühling beginnt.

Die Eindrücke aus der Natur: Klitzernde Wassertropfen auf den Grasbücheln im Licht der Morgensonne. Aufgesprungene Blattknospen der Kastanie. Forsythien. Zartgrüne Baumkrone einer Hängeweide und Blütendolden an einem Baum, dessen Namen ich nicht weiß.

Alles Liebe

Anja Kolberg

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Saisonschluss. Pause bis zum Verkauf der Tischkalender 2017.
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